Menschenrecht Inklusion | 10. Mai 2019

Menschenrecht
Inklusion. 

In kleinen Schritten am Ziel vorbei?

Öffentliche Veranstaltung mit
Ottmar Miles-Paul

Inklusionsaktivist und Träger der Carl-von Ossietzky-Medaille

Esther Grunemann
Inklusionsbotschafterin (ISL e.V.) und ehemalige Behindertenbeauftragte der Stadt Freiburg 

Cornelia Bossert
bildung neu denkene.V.

Moderation Fishbowl:
Edgar Bohn, Vorsitzender Grundschulverband Baden-Württemberg, Vorstandsmitglied bildung neu denkene.V.

10. Mai 2019 | 18.00-20.30 Uhr | Janusz-Korczak-Haus, Goethestr. 31, Freiburg

Programm

ab 18.00 Uhr Ankommen

Begrüßung Esther Grunemann

Impulsvortrag Ottmar Miles-Paul

Fish-Bowl mit Cornelia Bossert
Esther Grunemann
Ottmar Miles-Paul

Netzwerken bei Getränken und Brezeln

20.30 Uhr        Ende der Veranstaltung

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich und verfügt über eine induktive Höranlage. Gebärdendolmetscherinnen sind anwesend. Bei der Bestuhlung wird auf Barrierefreiheit geachtet.

 

Cornelia Bossert - Edgar Bohn

10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland

Das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ ist ein Menschrechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Es wurde in der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen und trat am 3. Mai 2008 in Kraft.
2009 ratifizierte Deutschland diese Konvention, die damit seit 10 Jahren auch für unser Land gilt.

Was sind die zentralen Punkte dieser Konvention?

Bildung:
Artikel 24 der UN-BRK erkennt das Recht behinderter Menschen auf Bildung an.

Inklusion:
In der BRK geht es nicht mehr um die Integration von „Ausgegrenzten“, sondern darum, von vornherein allen Menschen uneingeschränkte Teilnahme an allen Aktivitäten möglich zu machen. Nicht das von vornherein negative Verständnis von Behinderung soll Normalität sein, sonder ein gemeinsames Leben aller Menschen mit und ohne Behinderung.

Barrierefreiheit:
Menschen mit Behinderung soll es möglich sein, gleichberechtigten Zugang zur physischen Umwelt (Transportmittel, Information-und Kommunikation), sowie zu Einrichtungen und Diensten, die der Öffentlichkeit bereitgestellt werden.

Chancengleichheit:
Umsetzung der „Rahmenbestimmungen für die Herstellung von Chancengleichheit für behinderte Menschen“

Inklusion ist mehr als Barrierefreiheit. Inklusion ist eine Haltung. Inklusion ist Menschenrecht.

2009 Wir haben uns auf den Weg gemacht, eine inklusive Gesellschaft zu gestalten.

2019 Schritte in die richtige Richtung sind erkennbar. Zum Beispiel bei der Barrierefreiheit oder der Schul- und Ausbildung für Menschen mit Behinderung.

Aber: Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN BRK) basiert auf den UN-Menschenrechten. Diese gelten für alle Menschen überall auf der Welt gelichermaßen.

Wer Inklusion auf ein Sonderrecht für Menschen mit Behinderung reduziert, hat Inklusion nicht verstanden. Inklusion umfasst alle Belange unserer Gesellschaft: Soziale Fragen, Migration, Bildung, Gender …

Die Umsetzung der Inklusion ist nicht verhandelbar. Sie ist ein Menschenrecht. Wer Inklusion unter Finanzierungsvorbehalt stellt handelt gesetzes- und menschenrechtswidrig.

Wir wollen, dass nach 10 Jahren endlich Schluss ist mit der Politik der kleinen Schritte und dem Schubladendenken.

Lasst uns den Weg in eine umfassende inklusive Gesellschaft gemeinsam gehen.