freiburger erklärung

Landesregierung fährt Inklusion an die Wand.

Wir, ein Zusammenschluss aus Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern sowie bildungspolitischen Bündnissen und Netzwerken, bewerten die Umsetzung der Inklusion in Baden-Württemberg mit mangelhaft.

Inklusion 

grenzt niemanden aus. Persönliche Fähigkeiten, kulturelle Herkunft, sozialer Status oder unterschiedlicher Glauben werden als Bereicherung der Gesellschaft wertgeschätzt. 

fördert Kinder frühzeitig und individuell unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Entwicklung und ihres unterschiedlichen Leistungsvermögens.

ermöglicht durch gemeinsames Lernen aller Schüler*innen die Entfaltung unterschiedlicher Begabungen und die Entwicklung vorurteilsfreier, sozialer Kompetenzen.

„Sorgsam umgesetzte inklusive Bildung ist gute Bildung für Hochbegabte genauso wie für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Denn von einer individuellen Förderung profitieren alle Kinder. (…)”  

Ute Erdsiek-Rave, Ministerin a.D. und Vorsitzende des Expertenkreises der Deutschen Unesco Kommission (DUK)

Grundschulen prägen früh, maßgeblich und nachhaltig den Bildungs- und damit den Lebensweg unserer Kinder:

Das Schulgesetz Baden-Württemberg beschreibt im § 5, Absatz 1 den besonderen Auftrag der Grundschule: „Die Grundschule ist die gemeinsame Grundstufe des Schulwesens. Sie vermittelt Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten. Ihr besonderer Auftrag ist gekennzeichnet durch die allmähliche Hinführung der Schüler von den spielerischen Formen zu den schulischen Formen des Lernens und Arbeitens. Dazu gehören die Entfaltung der verschiedenen Begabungen der Schüler in einem gemeinsamen Bildungsgang, die Einübung von Verhaltensweisen für das Zusammenleben sowie die Förderung der Kräfte des eigenen Gestaltens und des schöpferischen Ausdrucks…”

Damit die Ziele des Schulgesetzes Baden-Württemberg und der UN Behindertenkonvention umgesetzt werden können, benötigen die Grundschulen weitaus mehr Unterstützung, als dies derzeit der Fall ist. 

Wir fordern die Landesregierung Baden-Württemberg auf,

die Arbeit der Grundschulen aufzuwerten und die Grundschullehrkräfte mit den Lehrkräften der anderen Schularten gleichzustellen. 

die individuelle Förderung der Schüler*innen zu ermöglichen. Grundvoraussetzungen hierfür sind multiprofessionelle Teams, durchgängiges Zwei-Pädagogen-Prinzip und Assistenzen für die Kinder, die dieser bedürfen, sowie die Qualifizierung der Lehrkräfte im Umgang mit Heterogenität und Diversität.

die Gleichwürdigkeit aller Kinder zu achten. Der zielgleiche Unterricht muss zugunsten der individuellen Förderung abgeschafft werden. Individuelle Bewertungen müssen dabei an die Stelle von Noten treten.

personelle, räumliche und finanzielle Ressourcen im benötigten Umfang bereit zu stellen, damit die Umsetzung der Inklusion gelingen kann.

Schulleitungen und pädagogisches Lehrpersonal, aber auch Eltern, zu entlasten. Damit Lehrer*innen ihrem Auftrag gerecht werden können, müssen Verwaltungsarbeiten, Evaluationen usw. auf das Notwendigste beschränkt werden.

verlässliche Strukturen und Bedingungen zu schaffen. In deren Rahmen sollen die Schulleitungen und Lehrer*innen autonom das Schulleben gestalten können. Wesentlich ist die 110%-Deckung des Lehrpersonals.

Schulen als Lern- und Lebensgemeinschaften zu betrachten. Alle am Schulleben beteiligten Gruppen (Lehrer*innen, weiteres schulisches und pädagogisches Personal, Schüler*innen, Eltern) müssen die Möglichkeit haben, dieses mitzugestalten. 

Erstunterzeichner bildungspolitische Bündnisse & Netzwerke:
bildung neu denken e.V. | Freiburger Bündnis - eine Schule für alle e.V. | Gesamtelternbeirat Freiburg | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Freiburg | IN VIA Freiburg Schule für Alle | Schülerrat Freiburg


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