• kongress 2016

  • kongress 2014

  • kongress 2012

  • kongress 2010

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

freiburger appell

freiburger appell

bildung neu denken e.V. setzt sich für ein Bildungssystem ein, das Kindern die ihrer Vielfältigkeit entsprechende bestmögliche Schul- und Ausbildung gewährleistet. 

Unser, in vielen Bereichen eine Spitzenposition einnehmendes Land, gehört in Sachen Inklusion zu den Schlusslichtern Europas. In den meisten europäischen Ländern werden seit vielen Jahren erfolgreich alle Kinder, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, bis Ende der Sekundarstufe gemeinsam unterrichtet. Die Erfahrungen dieser Länder zeigen: Die Angst, „normale“ Schüler würden nicht entsprechend ihrer Leistungen gefördert oder es würden zu hohe Kosten entstehen, ist unbegründet.

Seit die UN-Behindertenkonvention im März 2009 auch bei uns in Deutschland Rechtskraft erlangt hat, können Eltern ihre behinderten Kinder in Regelschulen unterrichten lassen. Konkret bedeutet dies, dass im bundesdeutschen Bildungssystem in den kommenden Jahren eine Umstrukturierung stattfinden muss, die die gesetzlich festgeschriebene Inklusion ermöglicht. Gelingt dies nicht in absehbarer Zeit, wird sich die Bundesrepublik Deutschland gegenüber der UN rechtfertigen müssen.

In Baden-Württemberg gab und gibt es langjährige, erfolgreiche inklusive Schulmodelle. Beispielhaft genannt seien die integrative Waldorfschule in Emmendingen und die Anne-Frank-Grundschule in Freiburg, deren „Integratives SchulEntwicklungsProjekt“ (ISEP) entgegen dem Wunsch der Eltern, des Lehrerkollegiums und der Schulleitung nicht weitergeführt werden darf.

Wir finden, es ist an der Zeit, dass sich die Schulträger auf den Weg zu einem gerechten Bildungssystem „Alle(s) inklusive“ machen. Alle Kinder, von behindert über „normal“ bis hochbegabt, ob mit Migrationshintergrund oder aus schwierigen familiären Verhältnissen, müssen entsprechend ihren ganz persönlichen Begabungen gefördert werden, denn sie sind das Kapital unseres Landes und die Zukunft unserer Gesellschaft.

Unsere Bitte an Sie: Folgen Sie Otto Herz, der als Schirmherr und Ehrenmitglied von bildung neu denken e.V. unseren Freiburger Appell als Erster unterzeichnet hat. Tragen Sie mit Ihrer Unterschrift dazu bei, dass an öffentlichen Schulen in Freiburg inklusiver Unterricht ermöglicht wird.


Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung. Hier der Appell im Wortlaut:


bildung neu denken e.V.
fordert ein Inklusionsangebot an öffentlichen Schulen in Freiburg.


Im Sommer 2009 stellte das Kultusministerium Baden-Württemberg das ISEP-Konzept („Integratives SchulEntwicklungsProjekt“) ein. Davon betroffen war in Freiburg die ISEP-Klasse an der Anne-Frank-Grundschule. Erst vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit März 2009 in Deutschland Rechtskraft hat und den Eltern behinderter Kinder die Möglichkeit einräumt, notfalls mit Hilfe von Klagen durchzusetzen, dass ihr Kind eine Regelschule besuchen kann, änderte das Ministerium seine Haltung und schaffte die Sonderschulpflicht in Baden-Württemberg ab.

Dennoch mussten die Eltern der behinderten Kinder der Anne-Frank-Schule monatelang bangen, bis eine Lösung für eine Inklusionsklasse an der Freien Christlichen Schule in Freiburg gefunden wurde.

Auf ein Schreiben der beiden grünen Landtagsabgeordneten Edith Sitzmann und Renate Rastätter vom März d. J., in dem diese sich für eine inklusive Beschulung ausgesprochen haben, antwortete Herr Minister Rau am 10. September 2009:

„… Wie Sie wissen, ist es mir ein großes Anliegen, allgemeine Schulen für einen gemeinsamen Unterricht von Behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schüler zu gewinnen, wo immer dies möglich ist. Dies kann aber am Besten mit deutlichen und überzeugenden Argumenten geschehen. Dabei sind unter anderem gelungene Beispiele gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nicht behinderten Kindern besonders hilfreich. 
Nur auf Basis einer überzeugten und aufgeschlossenen Grundhaltung einer Schule können behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam profitieren.
Ich bin zuversichtlich, dass dies im Rahmen der Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung auch im Bereich der allgemeinen Schulen zunehmend gelingen wird.“


bildung neu denken e.V. begrüßt diese Aussage. Es ist nun an der Zeit, dass die Umsetzung der UN-Konvention auch von den Trägern der öffentlichen Schulen aktiv verfolgt wird. Damit Eltern tatsächlich ihr Recht auf freie Schulwahl wahrnehmen können, darf der gemeinsame Unterricht aller Kinder - unabhängig vom Förderbedarf der einzelnen Schülerin/des einzelnen Schülers - nicht an private Schulen delegiert werden.

Wir fordern das Land Baden-Württemberg und die Stadt Freiburg als Bauträger der Schulen auf, in einem ersten Schritt

• ein Grundangebot konzeptioneller und baulicher Art für einen inklusiven Unterricht an öffentlichen Schulen zu schaffen.
• den inklusiven Unterricht in ISEP-Klassen an der Anne-Frank-Grundschule wieder aufzunehmen.
• einer weiterführenden öffentlichen Schule als Modellschule den inklusiven Unterricht bis mindestens Klasse 10 zu ermöglichen.

freiburgerappell
Bitte unterstützen Sie diesen Appell mit Ihrer Unterschrift oder
senden Sie uns eine eMail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit dem Betreff: freiburger appell




Wissenswertes zu Otto Herz finden Sie unter www.otto-herz.de

Erstunterzeichner:
Otto Herz_Reformpädagoge
Cornelia Bossert_Förderkreis der Staudinger Gesamtschule Freiburg

Den Freiburger Appell ünterstützen:
Norbert Zeller, MdL, Vorsitzender des Schulausschusses im Landtag von Baden-Württemberg
Claus Munkwitz_Hauptgeschäftsfüher, Handwerkskammer Stuttgart
Profín Dr. Katrin Höhmann_Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Doro Moritz
_GEW Landesvorsitzende
Waltraud Berndt-Mohr_AK- GEB-Baden-Württemberg
Edith Sitzmann_MdL, Bündnis 90/Grüne
Sebastian Mueller_Altstadtrat Junges Freiburg
Rudolf Bosch_Länger gemeinsam lernen Baden-Württemberg e. V.
Michael Löser_ Geschäftsführer der Integrativen Waldorfschule Emmendingen
Stefan Krusche_Sprecher Landesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik und Gesundheit (Bündnis 90/Grüne BW)
Johannes Genenger _Vorsitzender des GEB. der Stadt Albstadt
Prof. Dr. Hans Walz_Institut für angewandte Forschung Hochschule Ravensburg-Weingarten    
Irene Vogel_ Stadträtin Unabhängige Frauen Freiburg
Ulrike Schubert_Stadträtin Fraktion Unabhängige Listen
Helmut Gattermann_ ehemaliger Lehrer der Staudinger Gesamtschule
Joachim Kerrmann_Vorsitzender GEB Freiburg
Filippina Lala_EB Vorsitzende Pestalozzigrund- und Hauptschule Mannheim
Klaus Pauscher_ GEW Landesfachgruppe Sonderpädagogische Berufe
Jürgen Leonhardt_Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule (GGG BW)
Grüne Alternative Freiburg_Stadtratsfraktion
Stefan Schillinger_Stadtrat SPD Freiburg
FDP_Stadtratsfraktion Freiburg
Bündnis90/Grüne_Stadtratsfraktion Freiburg
SPD_Stadtratsfraktion
Dr. Uwe von Dücker_Begründer der „FreiburgerStrassenschule e.V."
Anke Dallmann_Stadträtin Freie Wähler Freiburg
Ines Boban_Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg
Claudia Nock_Lebenshilfe Freiburg
Margot Queitsch_MdL
Freiburger Beirat für Menschen mit Behinderungen

…und viele andere :-)

copyright © 2015 cmkkommunikation.de